Unsere Reise in Zahlen

19 02 2012

Der Blog hat bis jetzt nur die vielen schönen Erlebnisse der letzten Monate gezeigt. Die harte Arbeit und die vielen tausend Kilometer zwischen den einzelnen Bildern allerdings sollen hier noch erwähnt werden.

53 zum teil haarsträubende Taxifahrten und unzählige Transfer Services

35 ganz unterschiedliche Hostels von luxuriös bis ärmlich und von extrem sauber bis schmuddelig und alt

6 mehrtägige Touren im Jungle, in den Tropen und im kalten Patagonien

11 Flüge, 40 Stunden und knapp 30000 km Luftlinie

22 lange und längere Busfahrten währtend 167.5 Stunden und auf einer Strecke von 9235 km!!

Von unter Null auf dem W-Trek hin zu über 40 Grad an der Karibikküste Kolumbiens

Von Meereshöhe auf 5000 m.ü.M und wieder hinunter auf -29 m.ü.M beim Tauchen

6 durchquerte Länder, riesige Städte und winzige Dörfer

4297 gespeicherte Fotos und einige Videos,

Ortsliste: Buenos Aires, Puerto Iguazu, Buenos Aires, Ushuaia, Tierra del Fuego Nationalpark, El Calafate, Perito Moreno Gletscher, Puerto Natales, Torres del Paine Nationalpark, Fjorde Chiles, Puerto Montt, Pucon, San Pedro de Attacama, Salar de Uyuni, Uyuni, Potosi, Sucre, La Paz, Puno, Titicacasee (Amantani, Taquile), Cusco, Macchu Picchu (Santa Teresa, Aquas Caliente), Cusco, Arequipa, Nazca, Ica (Huacachina), Lima, Mancora, Guayaquil, Galapagos (San Cristobal, Isla Espanola, Isla Floreana, Isla Isabela, Isla Santiago, Isla Bartolome, North Seymour, Isla Plazas), Quito, Medellin, Cartagena, Taganga, Tayrona Nationalpark, Taganga, Santa Marta, San Gil, Bogota

und 106 Kommentare!:)



Und zum Schluss Bogota

10 02 2012

Als letzte Station unserer Reise sind wir am Dienstagabend in Bogota, der riesigen Hauptstadt Kolumbiens, eingetroffen. Wir haben uns entschieden in der Nähe des Viertels Zona Rosa zu wohnen. Ein modernes, teures und sehr amerikanisch angehauchtes Viertel mit mehreren luxuriösen Einkaufszentren, übermässig teuren Restaurants und von Bars gesäumten Strassen.
Am Mittwoch haben wir uns dann mit der „Transmileno“ (eine Art Metrosystem in Form von Bussen) auf den Weg zum Stadtviertel „La Candelaria“ gemacht, wo sich auch das historische Zentrum befindet. Rund um den „Plaza de Bolivar“ sind einige wichtige Gebäude, unter anderem das „Capitolio Nacional“ (der Kongresssitz), der“ Palacio de Justicia“ und die 1823 fertiggestellte „Catedral Primada“. Der Platz selber ist von tausenden zutraulichen Tauben bevölkert, die sich das Futter auch mal selber holen. Später haben wir noch weitere Kirchen und Plätze besichtigt und viele typische Spezialitäten von Bogota und Kolumbien ausprobiert. Zum Beispiel „Tamal“ – gehacktes Schweinefleisch, das mit Reis und Gemüse in Maisteig eingeschlagen und in Bananenblätter eingewickelt wird, „Ajiaco“- eine Hühnersuppe mit drei verschiedenen Kartoffelarten, Mais und Kapern und die „Chocolate Santafereño – eine Tasse Schokolade, welche mit Brot und Käse serviert wird, wobei man den Käse in der Schokolade schmelzen lässt. Mit Ausnahme des Marktes von San Gil ist Bogota erstaunlicherweise die einzige Stadt, die wir besucht haben, in der richtig leckeres kolumbianisches Essen zu finden war.
Gestärkt haben wir uns anschliessend das Polizeimuseum angeschaut. Wir erhielten eine sehr interessante und zuvorkommende Führung von einem Hilfspolizisten, der uns alle Details in passablem Englisch erklärte. Von der Verkehrspolizei, über die Drogenpolizei bis zur Mordkommission und dies alles ohne einen Rappen bezahlen zu müssen. Das Museum beherbergt sogar einige Relikte aus Pablo Escobars Zeit. Zum Schluss haben wir uns noch die Gemälde in der „Donacion Botero“ angeschaut. Dort sind interessante und lustige Werke von Fernando Botero selber und von Picasso, Miro und anderen sehr bekannten Künstlern ausgestellt.

Für den letzten ganzen Tag unserer Reise hatten wir uns den Aufstieg zum Monserrate vorgenommen, da uns aber wegen Raubüberfällen davon abgeraten wurde, nahmen wir die 75-jährige Standseilbahn. Trotz des bedeckten und dunstigen Wetters, das offenbar typisch ist für Bogota, war die Aussicht einfach unglaublich. Zurück in der Altstadt sind wir zufälligerweise an einer Demonstration gegen Stierkämpfe vorbeigelaufen: halbnackte Leute lagen schwarz und rot bemalt auf dem Boden. Am Abend gönnten wir uns ein feines Nachtessen um unsere letzten kolumbianischen Pesos loszuwerden!:)

Insgesamt haben wir Bogota als sehr modern und fortschrittlich kennengelernt. Zudem ist es heute dank jahrelanger Investitionen der Regierung sicherer denn je. Gewisse Teile zwischen der Zona Rosa und „La Calanderia“ sind allerdings gefährlich, verlottert und unglaublich schmutzig.

Heute machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Wir haben dreieinhalb unglaublich interessante und intensive Monate erlebt, viele neue Eindrücke gewonnen, neue Lebensarten und Kulturen kennengelernt und nicht zuletzt einmalige Speisen probiert. Trotzdem freuen wir uns nun auf die Rückkehr und auf das Wiedersehen mit euch in der (zu) kalten, sauberen und organisierten Schweiz…



San Gil – Die Abenteuerstadt

7 02 2012

Bevor wir die Karibikküste endgültig verlassen haben, verbrachten wir noch eine Nacht im ruhigen Santa Marta. Wir organisierten unsere Tickets für den Nachtbus und schlenderten in der Stadt und im riesigen Einkaufszentrum herum.

Der Bus nach San Gil sollte eigentlich um acht Uhr abends fahren, als wir kurz nach sieben beim Busbahnhof ankamen, wurden wir kurzerhand in einen Direktbus umgebucht, der nur noch auf uns wartete. So fuhren wir zum ersten Mal pünktlich oder besser gesagt sogar verfrüht ab. In San Gil machten wir uns zuerst mit unserer Umgebung bekannt und assen einen riesigen Fruchtsalat auf dem Markt, man kann auch noch Käse als Zutat wählen. Anschliessend fuhren wir mit dem öffentlichen Bus nach Barichara, eine kleine, perfekt erhaltene Kolonialstadt in der Nähe von San Gil. Die unglaubliche Ruhe rund um den Hauptplatz gefiel uns. Wir erholten uns von der Busfahrt, lasen im kühlen Schatten der Bäume und assen erneut in einem exzellenten Restaurant.

San Gil gilt als Extremsport Hauptstadt in Kolumbien. Es werden praktisch alle bekannten Sportarten von Rafting, über Paragliding, Canyoning, Caving bis zum Reiten angeboten. Deshalb buchten wir kurzerhand einen Paragliding-Flug; ungefähr 45 Minuten lang sind wir beide über den wunderschönen Chicamocha Canyon hinweggeflogen. Die Aussicht dabei war unglaublich, auch wenn die Kunststücke der Piloten uns den Atem stocken liessen. Corinne war es zum Schluss schlecht, Luca wäre am liebsten ein zweites Mal in die Luft gestiegen.

Weil alles viel günstiger ist als in der Schweiz und San Gil als Stadt eher uninteressant ist, probierten wir am Montag noch Canoning und Caving aus. Zuerst führte uns der Guide durch ein riesiges Höhlensystem, das von Fledermäusen, Tausendfüsslern und riesigen Spinnen belebt ist. Nach der anstrengenden Kletterei in der Dunkelheit, danach folgten mehrere Sprünge in den Fluss und zwei Abseil-Aktionen. Erschöpft aber glücklich kehrten wir am frühen Nachmittag zum Hostel zurück, wo wir uns für den Rest des Tages für einmal nichts vornahmen!:)



Taganga und Tayrona Nationalpark

2 02 2012

Taganga liegt an einer kleinen, hufeisenförmigen Bucht und ist nur wenige Fahrminuten von Santa Marta entfernt. Weil das winzige Fischerdörfchen für günstiges Sporttauchen, schöne Korallenriffe und als guter Ausgangspunkt zum nahegelegenen Tayrona Nationalpark bekannt ist, wurde es in den letzten Jahren richtiggehend von Touristen überrannt. Unzählige Hostels, Restaurants, Shops und Tauchschulen säumen die Strandpromenade.

Das Nichtstun am Strand kann man hier nicht wirklich geniessen, weil er komplett von Einheimischen und Touristen belagert und zudem laut und schmutzig ist. Trotzdem haben wir beschlossen einige Nächte in Taganga zu verbringen um ein paar Tauchgänge zu absolvieren und unsere Tauchkenntnisse aufzufrischen. Unbeeindruckt vom eher kalten Wasser, haben wir das Tauchen genossen, die Vielfalt der Fische und die Farbenpracht der Korallen bewundert und viele andere Taucher kennengelernt.

Nach den ersten Tauchgängen, haben wir von hier aus den Tayrona Nationalpark durchlaufen. Eigentlich sollten wir am Morgen von einem Minibus abgeholt werden, aber da unsere Reservierung irgendwie unterging, blieb uns nichts anderes übrig als mit dem Taxi hinzufahren. Wir haben zwei wunderschöne Tage im Nationalpark verbracht, palmengesäumte Strände besucht und eine dreistündige Wanderung durch das Regenwaldgebiet nach „El Pueblito“ gemacht. In „El Pueblito“ (sollen) noch immer die einheimischen Kogi leben und dort religiöse Rituale praktizieren. Wir waren jedoch ein bisschen enttäuscht, weil wir nicht viel mehr als ein kleines Haus und zwei Jungs vorfanden, und die nach einem wirklich anstrengenden Marsch. Die Nacht verbrachten wir in Cabo San Juan de la Guia. Eigentlich wollten wir uns ein Zelt mieten, aber da leider alles ausgebucht war, mussten wir mit etwas feuchten Hängematten vorlieb nehmen. Wahrscheinlich hatten wir die Hängematten mit dem schönsten Ausblick des ganzen Nationalparks, da sie aber so nahe am Meer aufgebaut waren, windete es die ganze Nacht und bei dieser Kälte war nicht wirklich an Schlaf zu denken. Den zweiten Tag gingen wir deshalb ein bisschen ruhiger an, schliefen die versäumten Stunden am Strand nach und wanderten dann gemütlich über La Piscina nach Arrecifes zurück zum Parkeingang.