Temperaturschock in Quito

23 01 2012

Vom 35 Grad warmen San Cristobal sind wir ins 15 Grad kalte und regnerische Quito auf 2‘850 m.ü.M. geflogen. Quito ist nach Guayaquil die zweitgrösste Stadt Ecuadors und zugleich dessen Hauptstadt. Die Altstadt ist übersät mit historischen Monumenten und malerischen Plätzen. Zudem schmücken zahlreiche Hausfassaden aus dem 17. Jahrhundert das historische Zentrum. Im Gegensatz dazu bietet die Neustadt eine total andere Welt; viele Restaurants, Reisebüros, Bars und ein pulsierendes Nachtleben.

Am Samstagmorgen haben wir uns auf Erkundungstour gemacht und als Erstes die wunderschöne Basilica del Voto besichtigt. Von den Türmen der Basilika hat man eine gute Rundumsicht über Quito. Viele weitere Kirchen und Plätze (vor all den Namen verschonen wir euch) folgten. Weil es am Nachmittag teilweise recht stark regnete und wir definitiv genug Kirchen besichtigt hatten, beschlossen wir das Nationalmuseum in der Neustadt zu besuchen, eine wirklich spannende Ausstellung über die Geschichte Ecuadors.

Vor dem Weiterflug nach Medellin am Sonntag wollten wir noch die traumhafte Aussicht vom Itchimbia Park geniessen, leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnete den ganzen Morgen und die Sicht war dementsprechend schlecht und unklar.



Galapagos Inseln – Das Paradies auf Erden

21 01 2012

Am Freitag dem 13. war es soweit; wir sind nach einem Stromausfall im „Hochsicherheitshostel“ beim Highlight unserer Reise angelangt. Am Morgen flogen wir nach San Cristobal, wo auch gleich unsere 8-tägige Reise durch die Galapagos Inseln startete.

Das Schiff wurde 1901 gebaut und erst vor wenigen Jahren zur Galapagos Yacht „Sulidae“ umgebaut. Trotz Klimaanlage und eigenem Bad, strahlt es immer noch rustikalen Piratencharme aus und ist nur schon wegen der Piratenflagge leicht von allen anderen Booten zu unterscheiden. Die unglaublich freundliche Crew und das wunderbare Essen machten auch unsere munzige Kabine wett und die Reise unvergesslich.

Bevor jedoch die eigentliche Kreuzfahrt startete unternahmen wir einen Ausflug zur Riesenschildkrötenfarm, der einzigen Attraktion, wo die Tiere nicht in Freiheit leben. Leider haben Riesenschildkröten viele eingeschiffte Feinde auf den Galapagos Inseln, um sie vor dem Aussterben zu bewahren werden sie gezüchtet. Somit wird es ihnen ermöglicht, das stolze Alter von bis zu 150 Jahren weiterhin zu erreichen.

Über Nacht fuhren wir bei leichtem Wellengang zur „Isla Española“ und ankerten dort in der „Gardner Bay“. Bereits vom Schiff aus konnten wir dutzende von Galapagos Seelöwen beobachten, die nur auf uns zu warten schienen. Begleitet vom Grunzen und Bellen der Seelöwen schlenderten wir den schönen weissen Strand entlang und posierten inmitten der Tiere. Anschliessend konnten wir zum ersten Mal die vielfältige Unterwasserwelt beim Schnorcheln entdecken.
Am Nachmittag bestaunten wir in Punta Suarez die unzähligen Marine Iguanas und verschiedenen Vogelsorten auf einem Rundgang. So konnten wir Albatrossen bei den ersten Flugversuchen zuschauen, „Nazca Tölpel“ beim Brüten betrachten und den lustigen “Blaufusstölpel“ beim Fliegen und Fischfang zusehen. Irgendwie erschien alles unwirklich, die Tiere kannten überhaupt keine Scheu und posierten minutenlang für uns.

Das unglaubliche an den Galapagos Inseln sind nicht nur die speziellen Tiere, sondern auch deren Anzahl. Zwar konnten wir nur genau einen Flamingo beobachten, dafür sahen wir am „Stingray Bay“ vom Ufer aus sicher zwanzig Stachelrochen, denen wir fast auf den Kopf getreten sind. Beim anschliessenden Schnorcheln sahen wir sogar einen ersten „Galapagos Hai“.
Den Sonntagnachmittag verbrachten wir ebenfalls auf der „Isla Floreana“. Wir besuchten das bereits seit 1893 bestehende Post Office. Das spezielle daran ist, dass die Touristen die Post in einen Briefkasten legen und diese durch andere Touristen aus dem gleichen Land mitgenommen und nach der Rückreise verschickt werden. Wir sind gespannt, wie lange es dauert bis unsere beiden Karten ankommen. Zudem stiegen wir in einen Lava Tube hinunter und schnorchelten zum Abschluss mit riesigen Meeresschildkröten.

Unser nächstes Ziel war die „Isla Isabela“. Im Gegensatz zum vorherigen Tag sahen wir heute sogar zwei Flamingos und besuchten ein weiteres Giant Turtle Rearing Center. Zudem konnten wir die Insel noch selber erkunden bevor wir zurück aufs Boot gingen. Am Nachmittag unternahmen wir einen weiteren Landausflug zu den „Los Tintoreros“. Auf dem Weg sahen wir Pinguine, Pelikane und weitere Marine Iguanas. Die Pinguine können auf den Galapagos Inseln nur überleben, weil ein kalter Strom aus der Antarktis durch das Meer fliesst. Leider starben wegen der Klimaerwärmung und dem El Niño Phänomen bereits zwei Drittel an Überhitzung. Die eigentliche Attraktion des Ausflugs, die Galapagos Haie, sahen wir leider nicht, weil sich keine in den natürlichen Schwimmbecken aufhielten. Den Tag rundeten wir mit einem weiteren Schnorchelgang ab. Einmal mehr hatten wir viel Glück und sahen mehrere Schildkröten, Rochen, Seegurken, wieder einen Hai, diesmal einen „White Tip“ und konnten mehrere Minuten lang mit Seelöwen schwimmen.

Am Dienstag war Abreisetag. Alle unsere Mitreisenden verliessen nach fünf bzw. acht Tagen die Sulidae und flogen zurück aufs Festland. Dennoch besuchten wir in aller Früh (wie fast schon gewohnt) Schildkröten und zusätzlich noch Land Iguanas, die im Gegensatz zu den Marine Iguanas braun-gelb sind. Anschliessend hofften wir auf neue Piraten an Board. Als diese auch nach dem Mittagessen noch nicht eintrafen, machten wir uns alleine auf den Weg zum Nachmittagsprogramm. Wir besuchten die „Los Gemelos“, zwei durch Erosion entstandene riesige Absenkungen im Boden, krochen durch einen extrem engen Lava Tunnel und störten Schildkröten bei der dreistündigen Fortpflanzung!:) Zum Schluss konnten wir uns noch selber in einen Panzer zwängen und das Leben als Schildkröte erleben.

Für die letzten drei Tage unserer Galapagoszeit hatten wir die Crew und das Schiff (6 Leute und 6 Kabinen) für uns alleine, da alle weiteren Passagiere in Quito festsassen. Mit etwas Verspätung aufgrund eines Motorschadens, sind wir am Mittwochmorgen bei der „Isla Santiago“ angelangt. Vor dem Schnorcheln in der wunderschönen „Sullivan Bay“ machten wir allerdings noch einen schweisstreibenden Ausflug über ein riesiges bizarr aussehendes Magmafeld.
Kurz nach dem Mittagessen bestiegen wir den höchsten Punkt auf der „Isla Bartolome“, von wo aus man eine wunderbare Aussicht über die Nachbarinseln hat. Bei unserem letzten Schorchelausflug auf den Galapagos Inseln, hatten wir erneut das Glück zwei Haie zu beobachten.

Der Landausflug am Donnerstagmorgen startete bereits um 06.00 Uhr. Während dem Sonnenaufgang spazierten wir über die Isla „North Seymour“ und beobachteten die imposanten Fregattenvögel. Die Männchen können eine Art rotes Kissen am Hals aufblasen um damit die Weibchen zu beeindrucken. Zudem hatten wir Glück und konnten eine seltene Art von langhaarigen Seelöwen bestaunen. Am Nachmittag machten wir einen Rundgang auf der „Isla Plazas“, wo wir viele Land Iguanas in der Freiheit herumlaufen sahen. Auf der Insel wachsen wunderschöne Pflanzen, die sich bei heissem Wetter rot verfärben. Die Sulidae fuhr bereits am frühen Abend ab, damit wir am Freitagmorgen bei der Insel „San Cristobal“ anlegen konnten. Für einmal musste also das Nachtessen bei voller Fahrt eingenommen werden, was Corinne nicht so gut bekam, sie verbrachte den Rest des Abends seekrank im Bett.

Zum Schluss unserer Reise erfuhren wir noch einige interessante Informationen über die Entstehung und Entdeckung der Galapagos Inseln, bevor wir am Freitagmittag zurück aufs Festland flogen. Wir verlassen die Galapagos Inseln mit vielen spannenden Eindrücken über neukennengelernte Tierarten und mit über 700 unglaublich schönen Fotos im Gepäck!:)

Die nächsten beiden Nächte verbringen wir in Quito und unsere letzten drei Wochen in Kolumbien…



Einreise nach Ecuador – Guayaquil

13 01 2012

Um den Grenzübergang zwischen Peru und Ecuador möglichst einfach hinter uns zu bringen, haben wir uns für einen Direktbus von Mancora nach Guayaquil entschieden. Dieser fuhr um 01.00 Uhr los und hielt bereits zwei Stunden später ein erstes Mal bei der peruanischen Imigrationsstelle. Die Ausreise verlief schnell und ohne Probleme. Nach 20 Minuten Fahrt erreichten wir die ecuadorianische Grenze. Dort mussten wir sage und schreibe zwei Stunden auf unseren Einreisestempel warten. Vor uns ist leider noch ein anderer Bus angekommen, doch die zwei Grenzwächter liessen sich nicht stressen und nahmen sich für jeden der 100 Einreisenden mindestens zwei Minuten Zeit. Etwas später hielt der Bus am Strassenrand an, Diagnose: Kühlung defekt. So mussten wir wieder eine Stunde warten bevor wir die Fahrt nach Guayaquil fortsetzen konnten. Kurz nach elf Uhr sind wir dann endlich erschöpft und übernächtigt in Guayaquil eingetroffen.

Ähnlich wie von Lima haben wir auch über Guayaquil nicht viel Gutes gehört und wurden schon beim ersten Rundgang vom Gegenteil überzeugt. Die Stadt investierte Millionen in eine komplett neue Uferpromenade und die Restauration des bunten Viertels „Las Peñas“ um eine Naherholungszone zu schaffen, auf die manche europäische Grossstadt neidisch wäre. Am Fusse des Cerro Santa Ana beginnt eine Treppe, die über 444 Stufen zum Leuchtturm führt. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf Guayaquil und die farbigen Häuser der Umgebung.

Am zweiten Tag besuchten wir den Parque Seminario in dem etwa zweihundert Iguanas leben. Die Tiere sind nicht eingesperrt, sondern können sich frei im Park bewegen. Nicht nur die freilebenden und zutraulichen Tiere sondern auch die vielen älteren Touristen haben uns einen perfekten Vorgeschmack auf die Galapagos Inseln gegeben:).

Um die Vielfalt und Schönheit der Inseln zu geniessen melden wir uns für einige Tage ab und tauchen in die Welt der Piraten ein…