Strandferien in Mancora

10 01 2012

Unsere 19 stündige Busfahrt war erstaunlich kurzweilig. Es wurden abwechslungsreiche Filme gezeigt und ein feines Abendessen serviert. Auch das Schlafen fiel uns auf unseren Cruz del Sur VIP Sitzen leicht und die Plätze machten das ausgegebene Geld auf jeden Fall wett. Vor allem als wir auf unserer Reisestrecke einen anderen Bus einer günstigen Gesellschaft sahen, der total ausgebrannt war.

Mancora ist ein kleines Städtchen an der Pazifikküste. Es ist unter Surfern für seine super Wellen bekannt und im letzten Jahr wurde hier sogar ein internationaler Surfcontest ausgetragen. Auch wir wollten uns die Wellen nicht entgehen lassen und nahmen eine Surfstunde. Wir hatten beide einen Privatlehrer, der uns die wichtigsten Punkte des Surfens beibrachte. Bei Luca hat es definitiv besser geklappt als bei Corinne, die sich mit dem Surflehrer auf sprachlicher und persönlicher Ebene nicht wirklich verstand. Luca übte am Nachmittag fleissig weiter, während sich Corinne am Strand sonnte. Vom Schweizer Hostelbesitzer haben wir erfahren, dass während unseren Trockenübungen ein Koreaner in der Strömung des Meeres ertrank. Wir haben uns noch gefragt, was die Aufregung am Strand soll, leider kam jede Hilfe zu spät.

Das Ergebnis des sonnigen Tages sahen wir am Abend; beide verbrannt…Es blieb uns also nichts anderes übrig, als am zweiten Tag unseren Bungalow inkl. schöner Terrasse im Schatten zu geniessen. Durch den Tag ist es in Mancora sehr ruhig und angenehm, am Abend und in der Nacht hingegen sind die Partyschwärmer unterwegs, durchschlafen unmöglich.

Am Montag versuchten wir der Masse am Strand zu entgehen und liefen eine Stunde in Richtung Süden. Der dortige Strandabschnitt „Las Pocitas“ gilt als einer der schönsten im Norden von Peru. Man kann dort wunderbar entspannen, in den natürlichen Pools baden und den Vögeln zusehen.

Heute hat sich Luca nochmals ein Surfbrett gemietet und eine ganz gute Figur gemacht!:) Obwohl wir keine Fotos haben, die dies beweisen, wir haben beide einige Wellen erwischt. Den restlichen Tag werden wir mit sönnele und faulenzen verbringen. Um Mitternacht fährt unser Bus nach Guayaquil, Ecuador.



Miraflores, Lima

5 01 2012

Wir sind mit gemischten Gefühlen nach Lima gefahren, weil wir von einigen Backpackern gehört haben, dass Lima überhaupt nichts Spezielles sei und man es am besten nur als Durchreise benutzen sollte. Zudem ist es als eher gefährlich bekannt. Wir haben trotzdem beschlossen zwei Nächte in Lima zu verbringen und uns ein eigenes Bild zu machen. Um nichts zu provozieren haben wir uns für einen der reichsten und schönsten Stadtteile, Miraflores entschieden. Es hat uns fantastisch gefallen und wir haben die Entscheidung keine Sekunde bereut. Natürlich ist Miraflores anders als der Rest von Lima, hier wohnen fast keine wirklichen Peruaner und der Lebens- und Architekturstil ist äusserst amerikanisch. Die Stadt ist unserer Meinung nach sogar fortschrittlicher und attraktiver als Buenos Aires und hat so einiges zu bieten.

Wir sind entlang der schönen Strandpromenade spaziert und gejoggt, haben die Surfer und Skateboarder beobachtet, das heisse Wetter genossen, sind stundenlang durch die Stadt marschiert haben peruanische Fisch-Spezialitäten (die grössten Portionen die wir je gesehen haben) ausprobiert, und italienische Gelati gegessen. Am zweiten Tag haben wir zudem einen kulturellen Ausflug gemacht und die Ruinen „Huaca Pucllana“ der Präinka-Kultur „Lima“ besucht. Ein Guide hat uns die wichtigsten Eckpunkte mittgeteilt und uns auf der halb ausgegrabenen Pyramide herumgeführt. Die Ruine wurde erst 1981 unter einem Hügel inmitten des Stadtteil Miraflores entdeckt. Auch heute sind immer noch über 50 Prozent des einstigen Kultur- und Opferzentrums mit Erde bedeckt.

Nachdem uns heute Abend noch ein fünfzigjähriger Amerikaner über die kommende Revolution in den Staaten aufgeklärt hat, können wir Lima nun beruhigt und mit Surf T-Shirts im Rucksack verlassen.

Morgen steht uns die längste Busreise bevor, wir werden in ungefähr 17 Stunden von Lima nach Mancora, einem Badeort nahe der ecuadorianischen Grenze, fahren.



Nazca – Oase Huacachina

3 01 2012

Das sonst brutzelnd heisse und trockene Nazca zeigte sich bei unserer Ankunft nicht von seiner besten Seite. So regnete es leicht und es war nicht allzu warm. Eigentlich wollten wir die Nazca Linien auf einer Fläche von über 500 km2 aus einem Flugzeug beobachten. Aufgrund der schlechten Sicht und des überhöhten Preises verzichteten wir dann aber schlussendlich. Stattdessen erhielten wir von einem perfekt englisch sprechenden Guide eine Privatführung mit dem Auto. Wir besuchten zuerst das Maria Reiche Museum. Maria war eine deutsche Wissenschaftlerin, die die Nazca Linien über Jahrzehnte erforschte und der Nazca den Tourismus zu verdanken hat. Anschliessend probierten wir so gut wie möglich einige Figuren von den Aussichtstürmen zu erkennen. Pünktlich um Mitternacht Schweizerzeit, stiessen wir dann mit Champagner auf das neue Jahr an.

Am 1. Januar verliessen wir Nazca bereits am Morgen in Richtung Ica. Dort sind wir mit einem Taxi direkt ins kleine Oasendörfchen Huacachina weitergefahren. Und tatsächlich, hier haben wir das lang ersehnte heisse Wetter gefunden. Wir erkundeten bei gefühlten 35 Grad Celsius die vielen kleinen Plätzchen rund um den See und erholten uns anschliessend bei einem feinen Fruchtsaft. Am Abend buchten wir eine Dunebuggy und Sandboarding Tour. Mit einem Wüstenbuggy sind wir über die Dünen gerast und mit dem Sandboard die Dünen hinuntergefahren; was nicht einmal allzu schlecht funktioniert hat.:) Unseren zweiten Tag in Huacachina haben wir gemütlich in den Hängematten des Hostels verbracht, einzig am Abend mühten wir uns die Düne hinauf um den Sonnenuntergang zu bestaunen.



Mit dem „Colca Bus“ in den Canyon

30 12 2011

Über Weihnachten verzogen wir uns in ein schönes gemütliches Hotel und erholten uns vom Treppensteigen der letzten Tage. Leider war das Hotel für einen längeren Aufenthalt zu teuer, deshalb buchten wir einen Bus nach Arequipa. Wie sich später herausstellte zahlten wir einiges zu viel, zudem wurde uns am Busbahnhof ein neues Ticket einer anderen Busgesellschaft in die Hand gedrückt. Der Einheimische, der uns vorher über gute und schlechte, teure und günstige Busgesellschaften aufgeklärt hatte, getraute uns wohl nicht die ganze Wahrheit über „Colca Bus“ mitzuteilen. Nach unzähligen Stopps, bei denen zusätzliche Einheimische mitgenommen wurden und ein paar gefährlichen Schwenkern, erreichten wir schliesslich Arequipa.

Am Dienstag besichtigen wir das historische Viertel von Arequipa, das zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Viele Gebäude sind aus dem weissen Vulkangestein „Sillar“ gebaut und mehrere hundert Jahre alt. Eines der Highlights ist das ehemalige Kloster „Santa Catalina“, welches über Jahrhunderte ausschliesslich von Nonnen bewohnt wurde. Die vielen kleinen Gässchen und Plätze und die verschiedenfarbigen Wände waren den hohen Eintrittspreis allerdings wert.

Um den nahegelegenen Colca Canyon genauer zu betrachten, haben wir uns entschieden, an einer zwei-Tages Tour in den Canyon teilzunehmen. Am Mittwochmorgen um 03.00 Uhr wurden wir mit einem Minibus abgeholt und nach Chivay gebracht. Gestärkt vom Frühstück fuhren wir weiter zum Cruz del Condor. Von diesem Aussichtspunkt ist die Wahrscheinlichkeit am Grössten die imposanten Kondore beim Fliegen zu beobachten. Obwohl uns die Reiseagentur schon im Voraus mitgeteilt hatte, dass die Möglichkeit in dieser Jahreszeit sehr klein sei, konnten wir etwa zehn Vögel mit Flügelspannweiten von zwei bis drei Metern bei ihren Rundflügen bewundern. Um 10.00 Uhr starteten wir mit der Wanderung in das Tal des Canyons. Drei Stunden liefen wir bei heissem Wetter und strahlendem Sonnenschein hinab bis zum Fluss, wo wir nachher weitere drei Stunden bei Regen weiter zur wunderschönen Oase (mit Pool) marschierten. Mit dem Aufstieg am zweiten Tag begannen wir bereits um 05.00 Uhr. 1100 Höhenmeter und unzählige Schweissperlen später erreichten wir das obere Ende. Der Canyon hat uns sehr beeindruckt, ist er doch an manchen Stellen tiefer als der Grand Canyon.

Morgen erwartet uns ein weiterer zehnstündiger Nachtbus nach Nazca zu den geheimnisvollen Linien in der Wüste, wo wir auch Silvester verbringen werden…



Inka Jungle Trail – Machu Picchu

24 12 2011

Nach einer unruhigen Nacht mit viel Hundegebell und sonstigem Lärm wurden wir am morgen früh von unserem Guide abgeholt. Mit einem Minibus fuhren wir auf ca. 4‘350 m.ü.M. Dort bekamen wir ein Mountainbike und machten uns auf den Weg ins über 2‘000 m tiefergelegene Huamanamarka. Durchweicht vom Regen und schmutzig assen wir unseren Lunch in Santa Maria wo wir auch unsere erste Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag hatten wir mehr Wetterglück. Wir konnten den meisten Teil des Weges durch den Dschungel bei Sonnenschein absolvieren. Unterwegs probierten wir eine typische peruanische Spezialität, gegrilltes Meerschweinchen und Jungle-Potatoes. Luca schmeckte es sehr gut, er bemängelte jedoch das wenige Fleisch. Zudem bekamen wir viele Informationen über exotische Pflanzen und die Kultur der Inkas. Am Schluss unseres achtstündigen Treks konnten wir uns in den Hot Springs erholen.

Der dritte Tag begann actionreich. Wir waren in einem Zip-Lining Park, wo wir über Schluchten hinweg flitzten. Das längste Seil war über 400 m lang und das höchste befand sich mehr als 150 m über dem Abgrund. Adrenalin pur. Den zweiten Teil des Tages mussten wir wieder zu Fuss zurücklegen. So wanderten wir drei Stunden bei abwechslungsweise Sonnenschein und strömendem Regen dem Eisenbahngleis entlang nach Aguas Caliente. Im Machu Picchu Dorf erwartete uns zum Glück eine heisse Dusche und ein weiteres leckeres Essen.

Am Freitagmorgen liefen wir um 04.15 Uhr in Richtung Machu Picchu los. Die ersten 20 Minuten zum Eingang waren flach, trocken und angenehm. Anschliessend erwartete uns ein einstündiger steiler Aufstieg über hunderte von Treppen zum Maingate von Machu Picchu (2‘450 m). Pflotschnass und erschöpft kamen wir kurz nach halb sechs oben an. Da sich unser Guide den Knöchel verstauchte, führte uns ein anderer Peruaner durch die Inkastadt. Obwohl der Nebel und der Regen die Ruinen zeitweise verdeckten, war der Anblick einfach überwältigend und besser als auf jeder Postkarte. Nach der Führung machten wir uns verfroren und durchnässt zum 3‘100 m hohen Machupicchu-Berg auf. Schon auf den ersten Metern hörte es auf zu regnen und zeitweise zeigte sich sogar die Sonne. Zusätzlich motiviert bewältigten wir auch die nächsten 3000 Treppen und wurden mit einer traumhaften Aussicht auf Machupicchu Stadt belohnt.

In Cusco scheint Weihnachten weniger besinnlich zu sein, sondern die Stadt gleicht vielmehr einem riesigen bunten Markt. In diesem Sinne wünschen wir euch frohe Weihnachten und schöne Festtage!!



Mit dem Inkaexpress nach Cusco

20 12 2011

Am Samstagmorgen haben wir Puno mit einem Touristenbus in Richtung Cusco verlassen. Das spezielle am Inkaexpress ist, dass er auf der einmalig schönen Strecke einige Stopps einlegt. Wir besuchten in Pukara ein Prä-Inkamuseum, konnten beim höchsten Punkt der Reise (La Raya, 4335 m.ü.M.) einige Fotos schiessen und bedienten uns in Sicuani in einem Restaurant von einem riesigen Mittagsbüffet. Am Nachmittag stoppten wir in Raqchi, wo die Ruine eines riesigen Inkatempels steht und in Andahuayillas, wo wir die wunderschöne „Sixtina Chapel of America“ besichtigten.

Unseren ersten Tag in Cusco verbrachten wir mit der Suche nach einer guten Agentur für einen Trek zum Machu Picchu. Zudem verschafften wir uns einen Überblick über das herrliche Stadtzentrum von Cusco und besichtigten einige Kirchen; leider nur von aussen da überall Eintritt verlangt wurde. Die unzähligen Stände und Läden liessen unseren Souvenirberg weiter anwachsen. Das wirklich faszinierende an Cusco sind aber die Überreste aus der Inkazeit. Man stösst sehr oft auf alte Inkamauren, die immer noch lückenlos aufeinander stehen und als Grundmauern für neue Gebäude dienen.

Da der Markt in Pisaq für seine grosse Auswahl an traditionellen Kleidern, Halsketten und die schönen handgemalten Bilder bekannt ist, fuhren wir am Sonntag mit einem Collectivo zum Shoppen. Schon kurz nach Mittag begann es aber zu regnen und wir verliessen den farbenprächtigen Markt mit einigen witzigen Gegenständen. Den Rest des Tages schlenderten wir durch die Innenstadt von Cusco auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant für Weihnachten.

Das Restaurant haben wir inzwischen gefunden, es bietet sogar „Fondue Chinoise“ an, wir sind gespannt. Am Mittag waren wir in einem traditionell peruanischen Restaurant. Nachdem Corinne einen Hühnerfuss in ihrer Suppe gefunden hatte, assen wir zum ersten Mal während unserer Reise nicht auf.



Puno – Titicacasee

16 12 2011

Unsere Reise nach Puno via Copacabana verlief ohne Zwischenfälle. So konnten wir bereits am Mittwochmorgen unsere Insel-Hoppingtour starten. Mit einer buntdurchmischten Gruppe machten wir uns als erstes auf den Weg zu den Islas Uros oder auch bekannt als die schwimmenden Inseln. Die Inseln werden gebaut, indem immer wieder neue Schichten des schwimmenden totora-Schilfs aufeinandergelegt werden. Das Schilf wird auch für den Häuser- und Bootbau benutzt.

Die zweite Insel, auf der wir auch übernachteten, war die Isla Amantaní. Gleich nach der Ankunft wurden wir einer Gastfamilie zugeteilt. Unsere liebenswerte Gastmutter hat uns sogleich ein leckeres Essen auf den Tisch gezaubert. Am Nachmittag sind wir dann zum höchsten Punkt auf der Insel und zugleich dem höchsten auf dem Titicacasee (4145 m.ü.M.) hochgewandert. Auf dem Pachamama angekommen, wollten wir eigentlich den Sonnenuntergang bestaunen, was beim bedeckten Himmel aber nicht möglich war. Nach dem Nachtessen wurden wir von unserer Familie in Trachten gesteckt, damit wir ein lokales Fest besuchen konnten. Leider regnete es genau dann wie aus Kübeln, als wir uns auf den Weg machten. Deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als auf das Fest zu verzichten!:(

Am zweiten Tag fuhren wir mit dem Schiff zur letzten Insel, der Isla Taquille. Diese Insel ist vor allem für ihre strickenden Bewohner (Männer!!) bekannt. Sie knüpfen sich Wollhüte, die den sozialen Status anzeigen und für einige besonders kunstvolle brauchen sie über ein Jahr. Wir überquerten die ganze Insel, bekamen ein leckeres Mittagessen und verliessen dann Taquille mit zwei Passagieren weniger an Bord (ja einem Paar ist es tatsächlich gelungen, die Schiffanlegestelle nicht mehr zu finden) in Richtung Puno.