San Pedro de Atacama

3 12 2011

Nach ein paar erholsamen Tagen in Pucon hatten wir geplant von Temuco aus über Santiago nach Calama zu fliegen und noch am gleichen Abend nach San Pedro de Atacama weiterzureisen. Gegen Mittag verliessen wir unser Hostel in Pucon und fuhren mit dem öffentlichen Bus in die Nähe des Flughafens in Temuco. Etienne, der Hostelbesitzer von Pucon, erklärte uns wo wir aussteigen und in ein Taxi umzusteigen hatten. Leider war weit und breit kein Taxi zu sehen und dies änderte sich auch nach einer halben Stunde nicht. Entweder haben wir wirklich so verloren dreingeschaut oder die Leute auf der Strasse sind immer sehr hilfsbereit. So versuchte uns zuerst der Gärtner ein Taxi zu organisieren, dann ein Mann in unserem Alter und schlussendlich noch ein Bauarbeiter. Am Flughafen erwartete uns aber bereits das nächste Problem. Aufgrund des Vulkanausbruches, der auch unsere Reise nach Bariloche verhinderte, wurde unser Flug nach Santiago gestrichen. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als zum Busbahnhof von Temuco zu fahren, einen neunstündigen Nachtbus nach Santiago zu buchen und am nächsten Tag mit dem Flieger nach Calama zu fliegen.

Am Donnerstagmorgen sind wir also nach einer fast 24-stündigen Reise doch noch in San Pedro de Atacama angelangt. Gleich nach unserer Ankunft im Hostel haben wir eine Tour zum Valle de la Luna gebucht. Der Name wurde deshalb so gewählt, weil die Oberfläche dieses vegetationsarmen Gebietes dem eines Mondes ähnlich sieht. Den ganzen Abend sind wir mit dem Bus, einem Guide und dem halben Altersheim durch dieses wunderschöne Tal gefahren. Man bedenke, dass die Ein- und Aussteigezeit sowie das allgemeine Schritttempo aufgrund des hohen Alters eher langsam waren. Abgesehen von dieser Kleinigkeit haben wir den Ausflug spannend, lehrreich und faszinierend gefunden.

Unser Ausflug am Freitag führte uns zur Laguna Cejar und zur Laguna Tebinquiche. In der Laguna Cejar hat es eine sieben Mal höhere Salzkonzentration als in einem Meer. Dies ermöglicht es auf dem Wasser zu liegen und zu relaxen. Nahe der Laguna Tebinquiche tranken wir zusammen mit unserer Gruppe (diesmal war der Altersdurchschnitt beträchtlich jünger) einen Pisco Sour und liessen den Sonnenuntergang und die Atmosphäre auf uns wirken. Morgen fahren wir mit einem Jeep während drei Tagen durch die Salzwüste nach Uyuni.



Pucon – Volcàn Villarrica

30 11 2011

Pucon einst ein verschlafenes Dörfchen am Fusse des Volcan Villarrica, nun der grösste Ferienresort Chiles, liegt wunderbar am Lago Villarrica. Zu unserem Glück trafen wir eine Woche vor Beginn der Hauptsaison ein, da sich ab dann die sonst schon hohen Preise noch verdoppeln werden und der ganze Ort sowohl von einheimischen als auch von ausländischen Touristen bevölkert wird. So jedoch können wir hier die entspannende Ferienstimmung ungestört geniessen. Im Gegensatz zu unseren vorhergehenden Zielen erinnert hier wenig an die chilenische Durchschnittsbevölkerung mit bescheidenem Einkommen. Sie leisten sich teure Ausflüge und lassen es sich gut gehen.

Es ist schwierig aus dem riesigen Freizeitangebot, mit Vulkanbesteigen, Sonnenbaden, Thermalquellen, Reiten, Wassersport, Schokoladentorte essen, … das Passende auszuwählen. Deshalb entschlossen wir uns fast alles zu machen; Angefangen mit Riverrafting.

Am Sonntagmorgen trafen wir uns in der Agentur fürs Raften, darunter auch eine deutsche Familie. Die Tochter in Jeanshose, dickem Makeup und langen Leopard-Fingernägeln wollte ebenfalls mitkommen. Leider hatte sie keine Badehose dabei, wozu auch? Und wofür braucht man beim Raften schon ein Badetuch?:) Darum entschied sie sich kurzfristig auf den 2850 m hohen Vulkan zu wandern. Wahrscheinlich um Schlimmeres zu verhindern organisierte ihr der Inhaber eine Badehose und wir konnten starten. Das Rafting erwies sich als Volltreffer und obwohl es riesigen Spass machte, waren wir froh, dass das Ganze nur eine Stunde dauerte. Am Abend erholten wir uns in den nahegelegenen Vulkanthermen vom Rafting und genossen eine grosse mastig-superleckere Schokoladentorte!:)

Reiten war eine weitere Aktivität wofür wir uns entschieden haben. So starteten wir am Montagnachmittag eine Reittour mit den einheimischen Mapuche. Drei Stunden lang ritten wir die wunderschöne Landschaft und posierten vor dem schönen Ausblick auf Pucon. Luca hatte leider ein ziemlich altes Pferd erwischt, das trotz seines sehr guten Aussehens die langsame Gangart bevorzugte. Corinne hingegen hatte ein aufgewecktes Pferd, das immer von allein galoppierte, wenn dies ein anderes Ross auch tat, sehr unterhaltsam…

Für den Dienstag hatten wir uns den Höhepunkt von Pucon aufbewahrt. Der Wetterbericht versprach traumhaftes Wetter, daher machten wir uns um 07.00 Uhr auf den Weg zur Besteigung des Volcàn Villarrica. Weil ein Paar die Tour kurzfristig absagte, kamen wir in den Genuss eines privaten Guides. Mit dem Bus konnten wir bis auf 1400 m fahren. Ein sehr sicherer Sesselilift ohne Bügel brachte uns auf 1800 m, wo wir sozusagen aus dem Sesseli springen mussten um nicht umgefahren zu werden. Die letzten 1050 Höhenmeter legten wir mit Pickel und Steigeisen zurück da wir uns die meiste Zeit auf Eis und Schnee befanden. Es war eine anspruchsvolle, ermüdende und windige Angelegenheit bis wir beim Gipfel (Krater) angelangt waren. Umso schöner war es nachher den Ausblick zu geniessen und den zurückgelegten Weg mit dem Tellerschlitten „hinunter zu sliden“ wobei uns der Pickel nun als Bremse diente. Den wirklich unvergesslichen Tag liessen wir am Strand und einem Glas Wein ausklingen.



Mit der Navimag Fähre von Pto Natales nach Pto Montt

25 11 2011

Bevor wir am Abend auf die Fähre gingen, erlaubten wir uns einen gemütlichen Tag mit Nichtstun in Puerto Natales. Um 17.00 Uhr checkten wir unser Gepäck ein und nach dem Briefing um 21.00 Uhr konnten wir unsere Kabine auf der Fähre beziehen. Wie wir bereits im Voraus erfahren haben, ist die Fähre nur zur Hälfte gebucht. Gut für uns, konnten wir doch unsere sehr kleine Vierbett-Kabine zu zweit beziehen (keine Ahnung wie das mit vier Personen möglich ist…) und auch das Bad steht nur zu unserer Verfügung. 🙂

Was macht man denn so den ganzen Tag auf einer Fähre ohne Internet und Natelempfang? Genau, relaxen, entspannen, lesen, Leute beobachten, essen (leider nicht gerade super gut), schlafen, sich unterhalten, die Landschaft geniessen, Gletscher bestaunen,… so haben wir unseren ersten Tag erfolgreich überstanden.

Bereits am Morgen des zweiten Tages wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wir heute ohne Schutz der Fjorde durch die offene See fahren werden, man soll doch bitte früh genug mit der Einnahme von Pillen beginnen. Wir haben bereits seit dem ersten Tag auf Homöopathie gesetzt, Corinne hat zusätzlich noch etwas Stärkeres zu sich genommen. Kaum im Pazifik angelangt, haben die drei bis vier Meter hohen Wellen unsere Fähre beträchtlich ins Schwanken gebracht. Trotz allem wagten wir uns in die Kälte und liessen uns den Wind um die Gesichter blasen. Anders als die meisten Passagiere, die dann auch beim Abendessen fehlten, fühlten wir uns die ganze Zeit über wohl und konnten die einmalige Stimmung auf dem Schiff geniessen. In der Nacht nahmen die Wellen noch zu und trafen seitlich auf das Schiff und so wurde es trotz ausbleibender Seekrankheit recht ungemütlich in unserer Koje.

Video Fähre im Sturm (bitte anklicken :))

Leider spielte das Wetter am 3. Tag erneut nicht mit. Es regnete fast den ganzen Tag und die Landschaft präsentierte sich uns in einem eintönigen Grau. Heute Morgen haben wir die Fähre verlassen und befinden uns nun im wenig touristischen Puerto Montt. Zum ersten Mal sind die Leute nicht auf Touristen eingestellt und wir sind fast die einzigen Fremden hier. Die nächsten paar Tage verbringen wir im hoffentlich freundlicheren Seengebiet in Pucon.



W-Trek im Torres del Paine Nationalpark

21 11 2011

Im Süden von Chile liegt der 2400 km2 grosse Torres del Paine. Die blauen Türme „Torres del Paine“ sind das Wahrzeichen des Nationalparks. Ausserdem ist der Park für seine einmalige Landschaft, das unberechenbare Wetter und die aussergewöhnlichen Treks bekannt.

Karte des W-Treks

Karte des W-Treks

Deshalb entschlossen wir uns den fünftägigen W-Trek zu machen.
Am Sonntag sind wir um 15.00 Uhr in unserem Hostel in Puerto Natales angekommen. Dank der hervorragenden Organisation des Hostels hatten wir bereits eine Stunde später alle unsere Campingutensilien beisammen, inkl. einer kurzen Lektion im Zeltaufstellen. Zum ersten Mal seit Beginn unserer Reise bekamen wir am Abend ein Dreigang Menü für unglaubliche CHF 6.00 pro Person und dies im angeblich teuren Chile.

Nach einer dreistündigen Busfahrt und einer halbstündigen Fahrt mit der Fähre konnten wir unseren Trek starten. Vollgepackt mit Zelt, Schlafsäcken, Mätteli, Gaskocher und Esswaren für fünf Tage bewältigten wir die ersten 3.5 Stunden Marsch. Im Camping angekommen stellten wir unser Zelt auf und genossen den unglaublichen Ausblick auf den Glacier Grey.

Schon um 07.00 Uhr am nächsten Morgen wagten wir uns in die kalte Gletscherluft wo wir frühstückten und danach das Zelt abbauten. Zuerst mussten wir das gesamte Wegstück das wir gestern gewandert waren zurück laufen. Weitere zwei Stunden mit unseren vollen Rucksäcken folgten, bevor wir das Campamento Italiano erreichten.

An unserem 3. Tag konnten wir ein fünfstündiges Wegstück ohne Rucksäcke zurücklegen. Das Wetter im Valle Francés spielte jedoch verrückt und änderte im Minutentakt von Sonnenschein zu Schneesturm. Die letzten 2.5 Stunden liefen wir zum Refugio Los Cuernos, wo wir unsere erste warme Dusche genossen.

Der Samstag sollte der Höhepunkt unseres Treks werden. Wir wollten zu den berühmten blauen Türmen wandern. Nach etwa sechs Stunden Marschzeit und über 1‘500 Höhenmeter erreichten wir die mystischen Torres del Paine. Trotz nicht allzu klarer Sicht und einem wirklich steilen Aufstieg genossen wir diesen einmaligen Anblick.

Obwohl wir auf nur gerade mal 500 Metern über Meer campierten, war unsere letzte Nacht mit Abstand die kälteste. Doch dies konnte uns die gute Laune nicht verderben, waren es doch nur noch zwei Stunden Abstieg zum Ende des Treks. Glücklich den ganzen Weg zurückgelegt zu haben, aber erschöpft von der Anstrengung der letzten Tage und Nächte freuen wir uns auf eine erholsame Reise mit der Fähre nach Puerto Montt.



El Calafate

14 11 2011

Unsere erste lange Busreise haben wir hinter uns gebracht. Pünktlich um fünf Uhr am Morgen fuhren wir von Ushuaia los. Nach cirka drei Stunden Fahrt mussten wir bereits den ziemlich unbequemen Bus wechseln. Dies war jedoch zu unseren Gunsten, weil sich der Komfort beträchtlich steigerte. Die weitere Fahrt lief wie folgt ab: Ausreisestempel aus Argentinien einholen (erstes Gepäckscanning), Einreisestempel von Chile einholen (zweites Gepäckscanning)), Car auf Fähre verladen (inkl. Delfine beobachten!!), Ausreisestempel aus Chile einholen und Einreisestempel nach Argentinien einholen. Zusätzlich in Rio Gallegos noch einmal umsteigen und somit war’s um ein Uhr morgens endlich geschafft.

An unserem ersten Tag in El Calafate besuchten wir gleich den Perito-Moreno-Gletscher im Parque Nacional los Glaciares. Der Gletscher schimmert bläulich und Teile der bis zu 60m hohen, gezackten Gipfel brechen regelmässig ab und krachen ins Wasser, wo sie kleine Flutwellen auslösen. Das Knarren und Getöse des Gletschers konnten wir denn auch hören. Leider sahen wir aufgrund des schlechten Wetters nur einige kleine Eisbrocken ins Wasser plumpsen.

Eigentlich wollten wir gleich am darauf folgenden Tag nach Puerto Natales weiterreisen; der Bus war jedoch bereits vollständig ausgebucht. Somit mussten wir einen weiteren Tag im eher öden und sehr teuren El Calafate verbringen. Diesen füllten wir vor allem mit organisatorischen Sachen, da wir unsere Flüge über das von einem dichten Ascheteppich bedeckte Bariloche irgendwie umbuchen müssen. Wir suchen noch nach einer passenden Alternative… Unerwartet stiessen wir am Nachmittag bei unserem Spaziergang auf ein interessantes Vogelschutzgebiet mit Flamingos.

Morgen geht es nun endlich weiter nach Puerto Natales, wo wir ein vom Wetter abhängiges, mehrtägiges Trekking im Nationalpark Torres del Paine planen.