Bienvenido a Bolivia

8 12 2011

Die Jeeptour endete im sehr touristischen aber dennoch bolivianisch angehauchten und schmutzigen Uyuni. Zum ersten Mal erlebten wir den gewaltigen Unterschied zwischen dem reichsten und dem ärmsten Land Südamerikas. Kein Haus war wirklich fertig gestellt, die Mülldeponie mitten in der Stadt und die Menschen trugen oft ihr ganzes Hab mit sich herum.
Froh Uyuni und seinem Schmutz entfliehen zu können, stiegen wir in den Bus nach Potosi. Aber auch hier war alles anders; Familien mit ihren Kindern benötigten den Boden vor den Sitzen als Schlafplatz und der ganze Gang wurde von zusätzlichen Passagieren belagert.

Um Mitternacht erreichten wir Potosi, während zweihundert Jahren die reichste Stadt Südamerikas, höchste Stadt der Welt und zweitgrösster Zinklieferant der Welt. Nach einer Irrfahrt durch die ganze Stadt gelangten wir schliesslich zum richtigen Hostel. Dort empfing uns der ehemalige Minenarbeiter Antonio mit einer unglaublichen Herzlichkeit und offerierte uns sogleich eine Tour zu den Minen.

Am Dienstagmorgen wurden wir mit Helm, Stirnlampe, Stiefeln und Überkleidern für die Tour in die Minen von Potosi ausgerüstet. Zuerst brauchten wir Geschenke für die Kumpels, nicht irgendwelche sondern 96 % Alkohol, hunderte Kokablätter, bolivianisches Dynamit und Zigaretten. Die dünne Luft auf 4200 m machte schon den Aufstieg zum Mineneingang anstrengend. Oben angekommen mussten wir durch ein ziemlich enges und unbefestigtes Loch in die Mine hinunterklettern. Die nächsten zweieinhalb Stunden werden wir so schnell nicht vergessen, denn das beklemmende Gefühl einen ganzen Berg über sich zu haben, kombiniert mit stickiger Luft und niedrigen Gängen hat uns mitgenommen.
Schockierend waren auch die Geschichten über Unfälle und die Begegnungen mit den Kumpels die tonnenschwere Wagen durch den Berg stossen und oft schon nach nur zehn Jahren in den Minen sterben. Besonders Corinne machte der Rundgang zu schaffen und wir sind uns einig, dass ein Besuch vollkommen genügt.
Nachmittags sind wir durch das Zentrum von Potosi geschlendert und haben für unglaubliche 50 Rappen einen frischgepressten Orangensaft genossen. Auch unsere Schuhe wurden von einem neugierigen Bolivianer vom Staub des Salzsees befreit.



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1 Antwort zu “Bienvenido a Bolivia”

  • Fabian sagt:

    ¡Hola a los dos!
    Hami ez au wedermou of euche Blog vererrt 😉 Mos ehrlech säge, bim Ahbleck vo üchne Föteli chondmer rechtig färnweh öber! Ond bi gwössne Föteli fohd mis „Geologe-Härz“ schochli schneller afo schloh (d Torres del Paine mosi ombedengt au mol live gseh!). Ond sone abstächer ine Mine mosi glaub au mol no mache zom mol gseh onder was för Bedengige die mineure schaffe mönd …
    Wönsche üch no vell Action ond cooli Erläbnis of üchem Abentür dör Südamerika!
    ¡Muchos Saludos!
    Fabian

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