Unsere Reise in Zahlen

19 02 2012

Der Blog hat bis jetzt nur die vielen schönen Erlebnisse der letzten Monate gezeigt. Die harte Arbeit und die vielen tausend Kilometer zwischen den einzelnen Bildern allerdings sollen hier noch erwähnt werden.

53 zum teil haarsträubende Taxifahrten und unzählige Transfer Services

35 ganz unterschiedliche Hostels von luxuriös bis ärmlich und von extrem sauber bis schmuddelig und alt

6 mehrtägige Touren im Jungle, in den Tropen und im kalten Patagonien

11 Flüge, 40 Stunden und knapp 30000 km Luftlinie

22 lange und längere Busfahrten währtend 167.5 Stunden und auf einer Strecke von 9235 km!!

Von unter Null auf dem W-Trek hin zu über 40 Grad an der Karibikküste Kolumbiens

Von Meereshöhe auf 5000 m.ü.M und wieder hinunter auf -29 m.ü.M beim Tauchen

6 durchquerte Länder, riesige Städte und winzige Dörfer

4297 gespeicherte Fotos und einige Videos,

Ortsliste: Buenos Aires, Puerto Iguazu, Buenos Aires, Ushuaia, Tierra del Fuego Nationalpark, El Calafate, Perito Moreno Gletscher, Puerto Natales, Torres del Paine Nationalpark, Fjorde Chiles, Puerto Montt, Pucon, San Pedro de Attacama, Salar de Uyuni, Uyuni, Potosi, Sucre, La Paz, Puno, Titicacasee (Amantani, Taquile), Cusco, Macchu Picchu (Santa Teresa, Aquas Caliente), Cusco, Arequipa, Nazca, Ica (Huacachina), Lima, Mancora, Guayaquil, Galapagos (San Cristobal, Isla Espanola, Isla Floreana, Isla Isabela, Isla Santiago, Isla Bartolome, North Seymour, Isla Plazas), Quito, Medellin, Cartagena, Taganga, Tayrona Nationalpark, Taganga, Santa Marta, San Gil, Bogota

und 106 Kommentare!:)



Und zum Schluss Bogota

10 02 2012

Als letzte Station unserer Reise sind wir am Dienstagabend in Bogota, der riesigen Hauptstadt Kolumbiens, eingetroffen. Wir haben uns entschieden in der Nähe des Viertels Zona Rosa zu wohnen. Ein modernes, teures und sehr amerikanisch angehauchtes Viertel mit mehreren luxuriösen Einkaufszentren, übermässig teuren Restaurants und von Bars gesäumten Strassen.
Am Mittwoch haben wir uns dann mit der „Transmileno“ (eine Art Metrosystem in Form von Bussen) auf den Weg zum Stadtviertel „La Candelaria“ gemacht, wo sich auch das historische Zentrum befindet. Rund um den „Plaza de Bolivar“ sind einige wichtige Gebäude, unter anderem das „Capitolio Nacional“ (der Kongresssitz), der“ Palacio de Justicia“ und die 1823 fertiggestellte „Catedral Primada“. Der Platz selber ist von tausenden zutraulichen Tauben bevölkert, die sich das Futter auch mal selber holen. Später haben wir noch weitere Kirchen und Plätze besichtigt und viele typische Spezialitäten von Bogota und Kolumbien ausprobiert. Zum Beispiel „Tamal“ – gehacktes Schweinefleisch, das mit Reis und Gemüse in Maisteig eingeschlagen und in Bananenblätter eingewickelt wird, „Ajiaco“- eine Hühnersuppe mit drei verschiedenen Kartoffelarten, Mais und Kapern und die „Chocolate Santafereño – eine Tasse Schokolade, welche mit Brot und Käse serviert wird, wobei man den Käse in der Schokolade schmelzen lässt. Mit Ausnahme des Marktes von San Gil ist Bogota erstaunlicherweise die einzige Stadt, die wir besucht haben, in der richtig leckeres kolumbianisches Essen zu finden war.
Gestärkt haben wir uns anschliessend das Polizeimuseum angeschaut. Wir erhielten eine sehr interessante und zuvorkommende Führung von einem Hilfspolizisten, der uns alle Details in passablem Englisch erklärte. Von der Verkehrspolizei, über die Drogenpolizei bis zur Mordkommission und dies alles ohne einen Rappen bezahlen zu müssen. Das Museum beherbergt sogar einige Relikte aus Pablo Escobars Zeit. Zum Schluss haben wir uns noch die Gemälde in der „Donacion Botero“ angeschaut. Dort sind interessante und lustige Werke von Fernando Botero selber und von Picasso, Miro und anderen sehr bekannten Künstlern ausgestellt.

Für den letzten ganzen Tag unserer Reise hatten wir uns den Aufstieg zum Monserrate vorgenommen, da uns aber wegen Raubüberfällen davon abgeraten wurde, nahmen wir die 75-jährige Standseilbahn. Trotz des bedeckten und dunstigen Wetters, das offenbar typisch ist für Bogota, war die Aussicht einfach unglaublich. Zurück in der Altstadt sind wir zufälligerweise an einer Demonstration gegen Stierkämpfe vorbeigelaufen: halbnackte Leute lagen schwarz und rot bemalt auf dem Boden. Am Abend gönnten wir uns ein feines Nachtessen um unsere letzten kolumbianischen Pesos loszuwerden!:)

Insgesamt haben wir Bogota als sehr modern und fortschrittlich kennengelernt. Zudem ist es heute dank jahrelanger Investitionen der Regierung sicherer denn je. Gewisse Teile zwischen der Zona Rosa und „La Calanderia“ sind allerdings gefährlich, verlottert und unglaublich schmutzig.

Heute machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Wir haben dreieinhalb unglaublich interessante und intensive Monate erlebt, viele neue Eindrücke gewonnen, neue Lebensarten und Kulturen kennengelernt und nicht zuletzt einmalige Speisen probiert. Trotzdem freuen wir uns nun auf die Rückkehr und auf das Wiedersehen mit euch in der (zu) kalten, sauberen und organisierten Schweiz…



San Gil – Die Abenteuerstadt

7 02 2012

Bevor wir die Karibikküste endgültig verlassen haben, verbrachten wir noch eine Nacht im ruhigen Santa Marta. Wir organisierten unsere Tickets für den Nachtbus und schlenderten in der Stadt und im riesigen Einkaufszentrum herum.

Der Bus nach San Gil sollte eigentlich um acht Uhr abends fahren, als wir kurz nach sieben beim Busbahnhof ankamen, wurden wir kurzerhand in einen Direktbus umgebucht, der nur noch auf uns wartete. So fuhren wir zum ersten Mal pünktlich oder besser gesagt sogar verfrüht ab. In San Gil machten wir uns zuerst mit unserer Umgebung bekannt und assen einen riesigen Fruchtsalat auf dem Markt, man kann auch noch Käse als Zutat wählen. Anschliessend fuhren wir mit dem öffentlichen Bus nach Barichara, eine kleine, perfekt erhaltene Kolonialstadt in der Nähe von San Gil. Die unglaubliche Ruhe rund um den Hauptplatz gefiel uns. Wir erholten uns von der Busfahrt, lasen im kühlen Schatten der Bäume und assen erneut in einem exzellenten Restaurant.

San Gil gilt als Extremsport Hauptstadt in Kolumbien. Es werden praktisch alle bekannten Sportarten von Rafting, über Paragliding, Canyoning, Caving bis zum Reiten angeboten. Deshalb buchten wir kurzerhand einen Paragliding-Flug; ungefähr 45 Minuten lang sind wir beide über den wunderschönen Chicamocha Canyon hinweggeflogen. Die Aussicht dabei war unglaublich, auch wenn die Kunststücke der Piloten uns den Atem stocken liessen. Corinne war es zum Schluss schlecht, Luca wäre am liebsten ein zweites Mal in die Luft gestiegen.

Weil alles viel günstiger ist als in der Schweiz und San Gil als Stadt eher uninteressant ist, probierten wir am Montag noch Canoning und Caving aus. Zuerst führte uns der Guide durch ein riesiges Höhlensystem, das von Fledermäusen, Tausendfüsslern und riesigen Spinnen belebt ist. Nach der anstrengenden Kletterei in der Dunkelheit, danach folgten mehrere Sprünge in den Fluss und zwei Abseil-Aktionen. Erschöpft aber glücklich kehrten wir am frühen Nachmittag zum Hostel zurück, wo wir uns für den Rest des Tages für einmal nichts vornahmen!:)



Taganga und Tayrona Nationalpark

2 02 2012

Taganga liegt an einer kleinen, hufeisenförmigen Bucht und ist nur wenige Fahrminuten von Santa Marta entfernt. Weil das winzige Fischerdörfchen für günstiges Sporttauchen, schöne Korallenriffe und als guter Ausgangspunkt zum nahegelegenen Tayrona Nationalpark bekannt ist, wurde es in den letzten Jahren richtiggehend von Touristen überrannt. Unzählige Hostels, Restaurants, Shops und Tauchschulen säumen die Strandpromenade.

Das Nichtstun am Strand kann man hier nicht wirklich geniessen, weil er komplett von Einheimischen und Touristen belagert und zudem laut und schmutzig ist. Trotzdem haben wir beschlossen einige Nächte in Taganga zu verbringen um ein paar Tauchgänge zu absolvieren und unsere Tauchkenntnisse aufzufrischen. Unbeeindruckt vom eher kalten Wasser, haben wir das Tauchen genossen, die Vielfalt der Fische und die Farbenpracht der Korallen bewundert und viele andere Taucher kennengelernt.

Nach den ersten Tauchgängen, haben wir von hier aus den Tayrona Nationalpark durchlaufen. Eigentlich sollten wir am Morgen von einem Minibus abgeholt werden, aber da unsere Reservierung irgendwie unterging, blieb uns nichts anderes übrig als mit dem Taxi hinzufahren. Wir haben zwei wunderschöne Tage im Nationalpark verbracht, palmengesäumte Strände besucht und eine dreistündige Wanderung durch das Regenwaldgebiet nach „El Pueblito“ gemacht. In „El Pueblito“ (sollen) noch immer die einheimischen Kogi leben und dort religiöse Rituale praktizieren. Wir waren jedoch ein bisschen enttäuscht, weil wir nicht viel mehr als ein kleines Haus und zwei Jungs vorfanden, und die nach einem wirklich anstrengenden Marsch. Die Nacht verbrachten wir in Cabo San Juan de la Guia. Eigentlich wollten wir uns ein Zelt mieten, aber da leider alles ausgebucht war, mussten wir mit etwas feuchten Hängematten vorlieb nehmen. Wahrscheinlich hatten wir die Hängematten mit dem schönsten Ausblick des ganzen Nationalparks, da sie aber so nahe am Meer aufgebaut waren, windete es die ganze Nacht und bei dieser Kälte war nicht wirklich an Schlaf zu denken. Den zweiten Tag gingen wir deshalb ein bisschen ruhiger an, schliefen die versäumten Stunden am Strand nach und wanderten dann gemütlich über La Piscina nach Arrecifes zurück zum Parkeingang.



Cartagena

28 01 2012

Cartagena de Indias gilt als die schönste Stadt Kolumbiens: schöne farbige Häuser, schattige Gässchen und mit Blumen bewachsene Balkone. Die Stadt wurde im 16. Jahrhundert gegründet und galt als einer der wichtigsten Häfen der Spanier an der Karibikküste. Über Cartagena wurde ein grosser Teil der gestohlenen Inkaschätze nach Spanien verschifft. Das viele Gold zog jedoch auch massenhaft Piraten an, weshalb eine hohe Mauer um ganz Cartagena errichtet wurde. Allerdings wurde die Stadt dreimal überfallen und teilweise niedergebrannt.

Die Busfahrt von Medellin nach Cartagena im unkomfortablen kolumbianischen Bus dauerte fünf Stunden länger als geplant, so erreichten wir unser Hostel erst nach dem Mittag. Schon nach wenigen Minuten in der feuchten Hitze waren wir völlig verschwitzt und sehnten uns nach dem klimatisierten Hotelzimmer. Nichts desto trotz erkundeten wir unser Viertel „Bocagrande“ mit seinen dutzenden Hochhäusern und unzähligen internationalen Restaurants.

Am zweiten nicht weniger heissen Tag fuhren wir mit einem völlig überteuerten Taxi ins historische Zentrum. Glücklicherweise liegen alle Sehenswürdigkeiten nahe beieinander und die schmalen Gässchen bieten etwas Schutz vor der drückenden Hitze. Die Altstadt Cartagenas wird uns lange in Erinnerung bleiben, denn die kolonialstil Häuser umgeben von dicken Stadtmauern und der Charme der Gässchen sind einzigartig.

Als ob der Strassenverkäufer geahnt hat, dass wir nach Santa Marta fahren, schwärmte er zuerst von der Schweiz und drückte uns danach eine Broschüre der Stadt in die Hand :).



Die Stadt des ewigen Frühlings

26 01 2012

Wenn man heute nach Medellin reist, ist es kaum vorstellbar, dass die Stadt in den 90er-Jahren das Zentrum des weltweiten Drogenhandels war. Die Stadt war für Ausländer bis 1993 viel zu gefährlich, erst dann gelang es Sicherheitskräften den Drogenboss Pablo Escobar zu erschiessen. Heute ist Medellin eine der sichersten Städte Kolumbiens und die Einzige, die über ein, äusserst modernes und sauberes Metrosystem (Hochbahn) verfügt. Zudem herrschen in Medellin ganzjährig angenehm frühlingshafte Temperaturen zwischen 18 – 28 Grad.

Beim Besichtigen von Medellin ist uns aufgefallen, dass die Schere zwischen arm und reich extrem gross ist. Von einem schönen Stadtviertel wie „El Poblado“ sind es nur wenige Gehminuten zu mittellosen Stadtteilen. So kann es auch passieren, dass man am helllichten Tag im Rotlichtviertel voller zwielichter Gestalten oder in einer Strasse mit vielen jungen Bettlern landet. Die Kolumbianer haben wir bereits an unseren ersten Tagen als freundlich und hilfsbereit kennengelernt. Wir wurden mehrmals darauf hingewiesen, dass wir auf unsere Wertsachen aufpassen sollen, bekamen von einer alten Frau auf Englisch eine kurze Erklärung zu einer Kirche und erhielten kurz darauf von einem Fremden eine Stadtkarte geschenkt.

Da wir nur zwei Tage in Medellin verbrachten und die Stadt vor Sehenswürdigkeiten überquillt, haben wir einen wahren Sightseeing Marathon gemacht. Angefangen bei der weltgrössten Backstein-Kathedrale „Metropolitana“ über die schmutzigen Gässchen des historischen Zentrums und den botanischen Garten bis hin zum Mittagessen in der schmucken Zona Rosa. Am zweiten Tag fuhren wir mit der Hochseilbahn über die Armenviertel von Medellin hoch zum riesigen „Arvi“ Park. Geblendet vom warmen Wetter des Vortags hofften wir auf angenehme Temperaturen und hatten nur kurze Hosen und T-Shirts dabei. Der kalte Wind und die grosse Distanz zu den schönen Teilen des Parks verhinderten jedoch einen längeren Besuch. Den Rest des Tages verbrachten wir in der Innenstadt mit einem Stück Kuchen aus einer „schweizer“ Konditorei und dem Suchen eines Nicht-Fastfood-Restaurants.



Temperaturschock in Quito

23 01 2012

Vom 35 Grad warmen San Cristobal sind wir ins 15 Grad kalte und regnerische Quito auf 2‘850 m.ü.M. geflogen. Quito ist nach Guayaquil die zweitgrösste Stadt Ecuadors und zugleich dessen Hauptstadt. Die Altstadt ist übersät mit historischen Monumenten und malerischen Plätzen. Zudem schmücken zahlreiche Hausfassaden aus dem 17. Jahrhundert das historische Zentrum. Im Gegensatz dazu bietet die Neustadt eine total andere Welt; viele Restaurants, Reisebüros, Bars und ein pulsierendes Nachtleben.

Am Samstagmorgen haben wir uns auf Erkundungstour gemacht und als Erstes die wunderschöne Basilica del Voto besichtigt. Von den Türmen der Basilika hat man eine gute Rundumsicht über Quito. Viele weitere Kirchen und Plätze (vor all den Namen verschonen wir euch) folgten. Weil es am Nachmittag teilweise recht stark regnete und wir definitiv genug Kirchen besichtigt hatten, beschlossen wir das Nationalmuseum in der Neustadt zu besuchen, eine wirklich spannende Ausstellung über die Geschichte Ecuadors.

Vor dem Weiterflug nach Medellin am Sonntag wollten wir noch die traumhafte Aussicht vom Itchimbia Park geniessen, leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnete den ganzen Morgen und die Sicht war dementsprechend schlecht und unklar.



Galapagos Inseln – Das Paradies auf Erden

21 01 2012

Am Freitag dem 13. war es soweit; wir sind nach einem Stromausfall im „Hochsicherheitshostel“ beim Highlight unserer Reise angelangt. Am Morgen flogen wir nach San Cristobal, wo auch gleich unsere 8-tägige Reise durch die Galapagos Inseln startete.

Das Schiff wurde 1901 gebaut und erst vor wenigen Jahren zur Galapagos Yacht „Sulidae“ umgebaut. Trotz Klimaanlage und eigenem Bad, strahlt es immer noch rustikalen Piratencharme aus und ist nur schon wegen der Piratenflagge leicht von allen anderen Booten zu unterscheiden. Die unglaublich freundliche Crew und das wunderbare Essen machten auch unsere munzige Kabine wett und die Reise unvergesslich.

Bevor jedoch die eigentliche Kreuzfahrt startete unternahmen wir einen Ausflug zur Riesenschildkrötenfarm, der einzigen Attraktion, wo die Tiere nicht in Freiheit leben. Leider haben Riesenschildkröten viele eingeschiffte Feinde auf den Galapagos Inseln, um sie vor dem Aussterben zu bewahren werden sie gezüchtet. Somit wird es ihnen ermöglicht, das stolze Alter von bis zu 150 Jahren weiterhin zu erreichen.

Über Nacht fuhren wir bei leichtem Wellengang zur „Isla Española“ und ankerten dort in der „Gardner Bay“. Bereits vom Schiff aus konnten wir dutzende von Galapagos Seelöwen beobachten, die nur auf uns zu warten schienen. Begleitet vom Grunzen und Bellen der Seelöwen schlenderten wir den schönen weissen Strand entlang und posierten inmitten der Tiere. Anschliessend konnten wir zum ersten Mal die vielfältige Unterwasserwelt beim Schnorcheln entdecken.
Am Nachmittag bestaunten wir in Punta Suarez die unzähligen Marine Iguanas und verschiedenen Vogelsorten auf einem Rundgang. So konnten wir Albatrossen bei den ersten Flugversuchen zuschauen, „Nazca Tölpel“ beim Brüten betrachten und den lustigen “Blaufusstölpel“ beim Fliegen und Fischfang zusehen. Irgendwie erschien alles unwirklich, die Tiere kannten überhaupt keine Scheu und posierten minutenlang für uns.

Das unglaubliche an den Galapagos Inseln sind nicht nur die speziellen Tiere, sondern auch deren Anzahl. Zwar konnten wir nur genau einen Flamingo beobachten, dafür sahen wir am „Stingray Bay“ vom Ufer aus sicher zwanzig Stachelrochen, denen wir fast auf den Kopf getreten sind. Beim anschliessenden Schnorcheln sahen wir sogar einen ersten „Galapagos Hai“.
Den Sonntagnachmittag verbrachten wir ebenfalls auf der „Isla Floreana“. Wir besuchten das bereits seit 1893 bestehende Post Office. Das spezielle daran ist, dass die Touristen die Post in einen Briefkasten legen und diese durch andere Touristen aus dem gleichen Land mitgenommen und nach der Rückreise verschickt werden. Wir sind gespannt, wie lange es dauert bis unsere beiden Karten ankommen. Zudem stiegen wir in einen Lava Tube hinunter und schnorchelten zum Abschluss mit riesigen Meeresschildkröten.

Unser nächstes Ziel war die „Isla Isabela“. Im Gegensatz zum vorherigen Tag sahen wir heute sogar zwei Flamingos und besuchten ein weiteres Giant Turtle Rearing Center. Zudem konnten wir die Insel noch selber erkunden bevor wir zurück aufs Boot gingen. Am Nachmittag unternahmen wir einen weiteren Landausflug zu den „Los Tintoreros“. Auf dem Weg sahen wir Pinguine, Pelikane und weitere Marine Iguanas. Die Pinguine können auf den Galapagos Inseln nur überleben, weil ein kalter Strom aus der Antarktis durch das Meer fliesst. Leider starben wegen der Klimaerwärmung und dem El Niño Phänomen bereits zwei Drittel an Überhitzung. Die eigentliche Attraktion des Ausflugs, die Galapagos Haie, sahen wir leider nicht, weil sich keine in den natürlichen Schwimmbecken aufhielten. Den Tag rundeten wir mit einem weiteren Schnorchelgang ab. Einmal mehr hatten wir viel Glück und sahen mehrere Schildkröten, Rochen, Seegurken, wieder einen Hai, diesmal einen „White Tip“ und konnten mehrere Minuten lang mit Seelöwen schwimmen.

Am Dienstag war Abreisetag. Alle unsere Mitreisenden verliessen nach fünf bzw. acht Tagen die Sulidae und flogen zurück aufs Festland. Dennoch besuchten wir in aller Früh (wie fast schon gewohnt) Schildkröten und zusätzlich noch Land Iguanas, die im Gegensatz zu den Marine Iguanas braun-gelb sind. Anschliessend hofften wir auf neue Piraten an Board. Als diese auch nach dem Mittagessen noch nicht eintrafen, machten wir uns alleine auf den Weg zum Nachmittagsprogramm. Wir besuchten die „Los Gemelos“, zwei durch Erosion entstandene riesige Absenkungen im Boden, krochen durch einen extrem engen Lava Tunnel und störten Schildkröten bei der dreistündigen Fortpflanzung!:) Zum Schluss konnten wir uns noch selber in einen Panzer zwängen und das Leben als Schildkröte erleben.

Für die letzten drei Tage unserer Galapagoszeit hatten wir die Crew und das Schiff (6 Leute und 6 Kabinen) für uns alleine, da alle weiteren Passagiere in Quito festsassen. Mit etwas Verspätung aufgrund eines Motorschadens, sind wir am Mittwochmorgen bei der „Isla Santiago“ angelangt. Vor dem Schnorcheln in der wunderschönen „Sullivan Bay“ machten wir allerdings noch einen schweisstreibenden Ausflug über ein riesiges bizarr aussehendes Magmafeld.
Kurz nach dem Mittagessen bestiegen wir den höchsten Punkt auf der „Isla Bartolome“, von wo aus man eine wunderbare Aussicht über die Nachbarinseln hat. Bei unserem letzten Schorchelausflug auf den Galapagos Inseln, hatten wir erneut das Glück zwei Haie zu beobachten.

Der Landausflug am Donnerstagmorgen startete bereits um 06.00 Uhr. Während dem Sonnenaufgang spazierten wir über die Isla „North Seymour“ und beobachteten die imposanten Fregattenvögel. Die Männchen können eine Art rotes Kissen am Hals aufblasen um damit die Weibchen zu beeindrucken. Zudem hatten wir Glück und konnten eine seltene Art von langhaarigen Seelöwen bestaunen. Am Nachmittag machten wir einen Rundgang auf der „Isla Plazas“, wo wir viele Land Iguanas in der Freiheit herumlaufen sahen. Auf der Insel wachsen wunderschöne Pflanzen, die sich bei heissem Wetter rot verfärben. Die Sulidae fuhr bereits am frühen Abend ab, damit wir am Freitagmorgen bei der Insel „San Cristobal“ anlegen konnten. Für einmal musste also das Nachtessen bei voller Fahrt eingenommen werden, was Corinne nicht so gut bekam, sie verbrachte den Rest des Abends seekrank im Bett.

Zum Schluss unserer Reise erfuhren wir noch einige interessante Informationen über die Entstehung und Entdeckung der Galapagos Inseln, bevor wir am Freitagmittag zurück aufs Festland flogen. Wir verlassen die Galapagos Inseln mit vielen spannenden Eindrücken über neukennengelernte Tierarten und mit über 700 unglaublich schönen Fotos im Gepäck!:)

Die nächsten beiden Nächte verbringen wir in Quito und unsere letzten drei Wochen in Kolumbien…



Einreise nach Ecuador – Guayaquil

13 01 2012

Um den Grenzübergang zwischen Peru und Ecuador möglichst einfach hinter uns zu bringen, haben wir uns für einen Direktbus von Mancora nach Guayaquil entschieden. Dieser fuhr um 01.00 Uhr los und hielt bereits zwei Stunden später ein erstes Mal bei der peruanischen Imigrationsstelle. Die Ausreise verlief schnell und ohne Probleme. Nach 20 Minuten Fahrt erreichten wir die ecuadorianische Grenze. Dort mussten wir sage und schreibe zwei Stunden auf unseren Einreisestempel warten. Vor uns ist leider noch ein anderer Bus angekommen, doch die zwei Grenzwächter liessen sich nicht stressen und nahmen sich für jeden der 100 Einreisenden mindestens zwei Minuten Zeit. Etwas später hielt der Bus am Strassenrand an, Diagnose: Kühlung defekt. So mussten wir wieder eine Stunde warten bevor wir die Fahrt nach Guayaquil fortsetzen konnten. Kurz nach elf Uhr sind wir dann endlich erschöpft und übernächtigt in Guayaquil eingetroffen.

Ähnlich wie von Lima haben wir auch über Guayaquil nicht viel Gutes gehört und wurden schon beim ersten Rundgang vom Gegenteil überzeugt. Die Stadt investierte Millionen in eine komplett neue Uferpromenade und die Restauration des bunten Viertels „Las Peñas“ um eine Naherholungszone zu schaffen, auf die manche europäische Grossstadt neidisch wäre. Am Fusse des Cerro Santa Ana beginnt eine Treppe, die über 444 Stufen zum Leuchtturm führt. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf Guayaquil und die farbigen Häuser der Umgebung.

Am zweiten Tag besuchten wir den Parque Seminario in dem etwa zweihundert Iguanas leben. Die Tiere sind nicht eingesperrt, sondern können sich frei im Park bewegen. Nicht nur die freilebenden und zutraulichen Tiere sondern auch die vielen älteren Touristen haben uns einen perfekten Vorgeschmack auf die Galapagos Inseln gegeben:).

Um die Vielfalt und Schönheit der Inseln zu geniessen melden wir uns für einige Tage ab und tauchen in die Welt der Piraten ein…



Strandferien in Mancora

10 01 2012

Unsere 19 stündige Busfahrt war erstaunlich kurzweilig. Es wurden abwechslungsreiche Filme gezeigt und ein feines Abendessen serviert. Auch das Schlafen fiel uns auf unseren Cruz del Sur VIP Sitzen leicht und die Plätze machten das ausgegebene Geld auf jeden Fall wett. Vor allem als wir auf unserer Reisestrecke einen anderen Bus einer günstigen Gesellschaft sahen, der total ausgebrannt war.

Mancora ist ein kleines Städtchen an der Pazifikküste. Es ist unter Surfern für seine super Wellen bekannt und im letzten Jahr wurde hier sogar ein internationaler Surfcontest ausgetragen. Auch wir wollten uns die Wellen nicht entgehen lassen und nahmen eine Surfstunde. Wir hatten beide einen Privatlehrer, der uns die wichtigsten Punkte des Surfens beibrachte. Bei Luca hat es definitiv besser geklappt als bei Corinne, die sich mit dem Surflehrer auf sprachlicher und persönlicher Ebene nicht wirklich verstand. Luca übte am Nachmittag fleissig weiter, während sich Corinne am Strand sonnte. Vom Schweizer Hostelbesitzer haben wir erfahren, dass während unseren Trockenübungen ein Koreaner in der Strömung des Meeres ertrank. Wir haben uns noch gefragt, was die Aufregung am Strand soll, leider kam jede Hilfe zu spät.

Das Ergebnis des sonnigen Tages sahen wir am Abend; beide verbrannt…Es blieb uns also nichts anderes übrig, als am zweiten Tag unseren Bungalow inkl. schöner Terrasse im Schatten zu geniessen. Durch den Tag ist es in Mancora sehr ruhig und angenehm, am Abend und in der Nacht hingegen sind die Partyschwärmer unterwegs, durchschlafen unmöglich.

Am Montag versuchten wir der Masse am Strand zu entgehen und liefen eine Stunde in Richtung Süden. Der dortige Strandabschnitt „Las Pocitas“ gilt als einer der schönsten im Norden von Peru. Man kann dort wunderbar entspannen, in den natürlichen Pools baden und den Vögeln zusehen.

Heute hat sich Luca nochmals ein Surfbrett gemietet und eine ganz gute Figur gemacht!:) Obwohl wir keine Fotos haben, die dies beweisen, wir haben beide einige Wellen erwischt. Den restlichen Tag werden wir mit sönnele und faulenzen verbringen. Um Mitternacht fährt unser Bus nach Guayaquil, Ecuador.